Burkina Faso

ALLGEMEIN

Burkina Faso ist ein Staat in Westafrika, der im Inneren des Nigerbogens liegt und an MaliNigerBeninTogoGhana sowie die Elfenbeinküste grenzt. Die ehemalige französische Kolonie Obervoltaerlangte am 5. August 1960 unter diesem Namen ihre Unabhängigkeit.

Im Staat leben zwei große westafrikanische Kulturgruppen: die Voltaic und die Mande. Die Voltaic sind am zahlreichsten vertreten und umschließen die Mossi, die über die Hälfte der Bevölkerung stellen. Weitere große ethnische Gruppen sind die Fulbe, Lobi, Bobo, Sénoufo, Gourounsi, Bissa und Gourmantche. Ouagadougou ist Hauptstadt und zugleich größte Stadt des Landes. Andere wichtige Städte sind Bobo Dioulasso, ein bedeutendes Wirtschaftszentrum, und Koudougou. Trotz eines recht unfruchtbaren Bodens besitzt Burkina Faso eine große ländliche Bevölkerung.

SPRACHE

Die Amtssprache Burkina Fasos ist Französisch. Rund die Hälfte der Bevölkerung spricht Sprachen der sudanischen Sprachfamilie. Die restliche Bevölkerung beherrscht vorwiegend Mande.

RELIGION

Etwa 25% der Bevölkerung Burkinas sind Christen, vornehmlich Katholiken. Die Mehrheit der Einwohner (ca. 60%) ist muslimisch. Ca. 15% der Burkinabé sind Anhänger traditioneller Religionen.

REGIERUNG

Nach der Verfassung von 1977 liegt die exekutive Gewalt des Landes bei einem auf fünf Jahre gewählten Präsidenten. Nach einer Reihe von Putschen stimmte ein nationales Referendum im Juni 1991 einer neuen Verfassung zu. Eine konkurrenzlose Präsidentschaftswahl wurde im Dezember 1991 abgehalten und ein aus 29 Mitgliedern bestehendes Kabinett im Juni 1992 einberufen. Das Mehrparteiensystem wurde 1992 bei den Parlamentswahlen wieder eingeführt. Das Parlament besteht aus 107 Abgeordneten.

WIRTSCHAFT

Obwohl Burkina Faso seit der Unabhängigkeit insbesondere von der Europäischen Union (EU) wirtschaftliche Hilfe in Form von Subventionen erhalten hat, gehört es noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt. Landesweit herrschen Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung, so dass sich viele Einwohner eine dauerhafte oder saisonale Beschäftigung in reicheren, weiter südlich gelegenen Ländern, häufig in der Elfenbeinküste, suchen. 
Die Wirtschaft Burkina Fasos stützt sich auf Landwirtschaft, die hauptsächlich als Subsistenzwirtschaft betrieben wird. Die Wasserversorgung stellt in dem trockenen Land ein großes Problem dar. Dürre und Erosion behindern die Entwicklung der Landwirtschaft. Ackerbau und Viehzucht konzentrieren sich im Süden und Südwesten Burkina Fasos. Zu den wichtigsten Anbauprodukten gehören Sorghum, Hirse, Mais, Süßkartoffeln, Erdnüsse und Reis. Das bedeutendste Exportgut ist Baumwolle.. 
Einer der wenigen Wirtschaftsbereiche Burkina Fasos ist die Viehwirtschaft.. Nachdem wiederholte Dürrezeiten in der Sahelzone Ende der sechziger Jahre, Anfang der siebziger Jahre und Anfang der achtziger Jahre zu schweren Verlusten geführt hatten, strengte man jedes Mal einen Wiederaufbau der Viehwirtschaft an. 
Wie viele Entwicklungsländer, importiert Burkina Faso bei weitem mehr, als es exportiert. Landeswährung in Burkina Faso ist der CFA-Franc.

VERKEHR UND KOMMUNIKATION

Eisenbahnverbindungen bestehen zwischen Ouagadougou und der südlichen Elfenbeinküste. Landesweit ist nur ein geringer Teil des Straßennetzes befestigt.

Ein staatlicher Fernsehsender strahlt sechs Tage in der Woche sein Programm aus, das in Ouagadougou und Bobo Dioulasso empfangen werden kann. Rundfunkübertragungen werden in Französisch und 13 afrikanischen Sprachen gesendet. Im Land wird nur eine Tageszeitung veröffentlicht.

DAS BILDUNGSWESEN

Es besteht Schulpflicht für Kinder vom siebten bis zum 13. Lebensjahr. Insgesamt besuchen allerdings nur wenige Kinder eine Schule und der Alphabetisierungsgrad liegt bei nur ca. 24 Prozent. Das Land verfügt über eine Universität in Ouagadougou.

DAS GESUNDHEITSWESEN

Die Regierung unterhält Krankenhäuser, medizinische Dienste in ländlichen Regionen und Gesundheitsdienste in den Schulen. Trotzdem ist die medizinische Versorgung in Burkina Faso nur sehr begrenzt gewährleistet. Sogar in der Hauptstadt Ouagadougou sind die Krankenhäuser meistens extrem schlecht ausgestattet und auch die hygienischen Bedingungen lassen zu wünschen übrig.

KLIMA

Burkina Faso liegt in den wechselfeuchten Tropen. Von November bis März ist es relativ kühl und trocken, von März bis Mai heiß und trocken, und zwischen Mai und November heiß und feucht. Der Niederschlag nimmt von über 1 000 mm im Südwesten auf unter 250 mm im Norden ab. Der meiste Regen fällt während der Regenzeit zwischen Juli und Oktober. Die Temperaturen schwanken im Jahresdurchschnitt zwischen 21 und 27 °C.

LANDWIRTSCHAFT

Den Nordosten des Landes mit geringen, zum Teil ausbleibenden Niederschlägen kennzeichnet Dornsavanne bis Halbwüste (Sahelzone). Wegen der kargen Böden und des starken Bevölkerungswachstums ist Burkina Faso eines der ärmsten Länder der Welt, die landwirtschaftliche Produktivität ist in den letzten Jahren zurückgegangen. In einigen Teilen des Landes sind die Grenzen der landwirtschaftlichen Nutzung der Böden erreicht.

ARMUT

Die wirtschaftliche Lage Burkina Fasos ist ausgesprochen schwierig. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt pro Kopf 300 US$ jährlich. Das Land rangiert gemäß Human Developement Index von insgesamt 174 Ländern an der 170. Stelle. Es ist damit das fünftärmste Land der Welt. Weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. In den letzten Jahren entwickelte sich Aids in Burkina zu einem existentiellen Problem. Die Ursachen für den raschen Ausbruch des HIV-Virus liegen erwiesenermaßen in der schlechten gesundheitlichen Verfassung der Bevölkerung, deren Immunsystem durch Mangelernährung geschwächt ist. Zudem begünstigt die große Hitze die Ausbreitung dieser Krankheit. Besonders zu erwähnen ist die Armut in den Familien. Neben Aids sind es auch die epidemischen Krankheiten (Meningitis, Malaria, Cholera), die die Anzahl der Waisenkinder ständig steigen lässt. Diese Kinder sind der Bettelei, der Kinderprostitution und dem Kinderhandel ausgesetzt und fristen ein äußerst hartes Dasein. Sie werden für einen Hungerlohn auf Farmen benachbarter Länder eingesetzt oder leisten Dienste in städtischen Haushalten, um sich das Überleben zu sichern.

ERNÄHRUNG

Die Wasserversorgung stellt in dem trockenen Land ein großes Problem dar, da wenige Möglichkeiten zur Bewässerung vorhanden sind. Dürre und Erosion behindern die Entwicklung der Landwirtschaft schwerwiegend. Ackerbau und Viehzucht konzentrieren sich im Süden und Südwesten Burkina Fasos. Zu den wichtigsten Anbauprodukten gehören Sorghum, Hirse, Mais, Süßkartoffeln, Erdnüsse und Reis.

DIE SITUATION DER FRAUEN

In Burkina Faso kommt es immer wieder vor, dass Frauen ihre Familien verlassen müssen und buchstäblich "in die Wüste" geschickt werden. Sie sind "Opfer" der Medizinmänner, die auf der Suche nach der Ursache irgendwelcher Missstände die "Sündenböcke" (nach unserem Verständnis sicherlich willkürlich) aussuchen. Diese Frauen haben nur sehr geringe Überlebenschancen. Die meisten verenden in der Wüste. Wenn sie viel Glück haben gelangen sie zufällig an die von (meist kirchlichen) Hilfsorganisationen eigens dafür erbauten Heime, in denen Sie zusammen mit Schicksalsgenossinnen ihr Überleben sichern können.

DIE SITUATION DER KINDER

Die UNO-Konvention über die Rechte der Kinder verbrieft das "Recht auf Gesundheit, Bildung, Freizeit, das Recht auf elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause". Von diesen Rechten ist für die burkinischen Kinder im Moment nichts zu sehen. Ihre Situation ist schlecht. Neben den Aids-Waisen, die sich meist selbst überlassen sind, leben noch andere Kinder auf der Straße. Sie sind aus wirtschaftlichen Gründen dazu gezwungen, auf die Straße zu gehen um für ihr Überleben und das Überleben der Angehörigen Verantwortung zu übernehmen. 
In die Schule dürfen die wenigsten burkinischen Kinder gehen.  Der Staat hat kein Geld, um Schulhäuser zu bauen oder Lehrer einzustellen um das Land flächendeckend zu versorgen. Das Schulgeld von umgerechnet 50 Euro pro Jahr können die wenigsten Familien aufbringen. In der Folge können 70% der Jungen und 90% der Mädchen weder lesen noch schreiben.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Burkina_Faso